Ein Halbmarathon wie ein Ratsch bei Kaffee und Kuchen

Man muss nicht immer an einem Wettkampf teilnehmen um nach einer neuen persönlichen Bestzeit zu hetzen. Ich nutzte den Halbmarathon beim Johannesbad Thermen-Marathon in Bad Füssing für: 1) Langer Lauf für die Vorbereitung auf den Marathon in Wien. 2) Schöne Gelegenheit mit einer Freundin viel zu reden und zu lachen und dabei zusammen etwas zu erleben. Und sei es das geteilte Leid am Ende eines solchen Laufes. Ein Bericht über meine 21,1km und den besonderen Charme dieser Veranstaltung:

„Wenn wir jetzt weiter so lachen und ständig reden, werden wir am Ende noch von allen böse angeschaut“, sagte ich nach 13km des Halbmarathons zu meiner Begleiterin. Ein Wettkampf kann sich auch wie ein gemütlicher Plausch in der Sonne bei Kaffee und Kuchen anfühlen. Zumindest ging es mir während der 1:49h beim Thermen-Marathon in Bad Füssing am 5.2. Zugegeben, egal wie gut es läuft am Ende ist man dann doch auch immer froh, wenn es vorbei ist und das bleibt von diesem Wettkampf im Gedächtnis:

Irgendwann ist ein Lauf immer scheiße

  • Es war eine schöne und neue Erfahrung an einem Wettkampf ohne Zeitdruck teilzunehmen. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich auch keine neue Bestzeit auf der Halbmarathondistanz laufen werde. Weshalb auch? Woher sollte das Tempo in den Beinen kommen nach vielen gemütlichen Läufen in den vergangenen Monaten. Also war es für mich die beste Lösung dennoch zu starten und damit den typischen langen Lauf am Sonntag während einer Marathonvorbereitung abzuhacken. Dementsprechend starteten wir auch eher weiter hinten im Feld und gingen es gemütlich an. Wir begannen mit einem Schnitt von etwa 5:40min/km und endeten bei relativ konstanten 5:00min/km. Gelaufen wurde hauptsächlich auf Rad- und Feldwegen. Je länger der Lauf dauerte desto einfacher war es auch nebeneinander zu laufen, weil sich die Läuferschar gut verteilte.
typisch bayerisch
Wie es sich in Bayern gehört hat eine saubere Musi aufgespuilt. Und zum Startschuss gab es Böllerschüsse.
  • Wenn man zu zweit an einem Wettkampf teilnimmt ist im Idealfall immer eine/r motiviert. So war es auch bei uns. Am Anfang fand ich es angenehm und gut nicht in ein zu gemütliches Tempo zu verfallen. Ja und dann kam bei Kilometer 18 meine innere Faulheit. „Ach egal jetzt. Mach langsam. Bald ist es vorbei.“ Aber nein, ich gab nicht nach und blieb an den Fersen meiner Freundin. Wir blieben bei unseren 5:00min/km. Darauf bin ich sehr stolz, weil ich bin jetzt nicht die Kampfsau bei Läufen und zähle dann mal lieber Rehe im Feld anstatt zügig zu laufen. So war aber auch mein Ehrgeiz gepackt und ich habe mich zusammen gerissen. Natürlich spielten wir am Ende auch das beliebte Spiel: „Pack die Frau.“ Sprich, man sucht sich ne Frau aus, die noch einige Meter vor einem läuft und versucht sie noch vor dem Ziel zu überholen.

 

Therme
Zum Startgeld gibt es auch freien Eintritt in die Therme. Deshalb hat man immer etwas mehr Bändchen am Handgelenk.
  • Das besondere am Thermen-Marathon ist, dass man für sein Startgeld nicht nur am Lauf teilnehmen darf, Essen und Trinken kriegt, sondern anschließend auch kostenlos in die Therme darf. Das ist eine super Gelegenheit zum Aufwärmen und Freunde treffe. Der Thermen-Marathon zeichnet sich auch dadurch aus, dass man 10km, einen Halbmarathon oder gar schon Marathon im Februar laufen kann. Mehr Infos zum Event findet ihr hier: Thermen-Marathon. Der Lauf ist gut geplant und nachdem der ganze organisatorische Kram in den Gebäuden stattfindet, die zur Therme gehören, gibt es genügend Schließfächer für alle und viele Toiletten. Also Prädikat empfehlenswert.

 

  • Am tollsten fand ich: Ich war nach dem Lauf einfach happy. Kein Frust, weil irgendeine Zielzeit nicht erreicht wurde. Ich mich nicht verletzt hatte. Es war einfach ein schönes Erlebnis und guter Lauf für mein großes Ziel in der Saison: Ordentliche Vorbereitung für den Marathon in Wien.

 

PS. Ich habe während dem Lauf drei Rehe gezählt.

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