Saisonabschluss beim Halbmarathon in München

Gleich ist es geschafft, es geht rein in den Tunnel zum Olympiastadion in München. Die Augen passen sich an die Dunkelheit an. Gefühlt in jeder Ecke sitzt ein Fotograf und hält den Moment des Einlaufens fest. Am Ende des Tunnels tut sich das Olympiastadion auf. Fühle mich ganz klein, all die Eindrücke überwältigen mich. Das Ziel vor Augen wird Gas gegeben. Äh, ja Ziel, wo,… was? Erst eine Runde noch laufen und dann ist der Zielbogen am anderen Ende des Tunnels. Ok, also Tempo raus und lieber so viele Eindrücke wie möglich einsaugen. Das ist für mich ein typischer Moment beim München Marathon. Hier mein Bericht über den Halbmarathon am 9. Oktober.

Dieses Phänomen „Läufer wird vom Tunnel ausgespuckt, setzt zum Sprint an, erkennt die Distanz zum Ziel und wird wieder langsamer“ lässt sich übrigens auch wunderbar von den Zuschauertribünen beobachten. Ich mag das sehr.

Der Entschluss beim München Halbmarathon teilzunehmen fiel sehr kurzfristig, also am Freitag des Rennwochenendes. Ich habe es davon abhängig gemacht, wie sich mein Körper vom Auerhahntrail regeneriert und wie das Wetter wird. Ja, genau das Wetter. Normalerweise mache ich das nicht, aber der Halbmarathon durch München sollte ein entspannter, schöner Saisonabschluss werden. Die Sonne kam dann auch raus, als der Startschuss um 13.30 Uhr in Bogenhausen fiel.

Gepäckaufgabe beim Start
Gepäckaufgabe beim Start

Schon nach wenigen hunderten Metern konnte ich in meinem Tempo laufen. Es gibt nichts anstrengenderes als sich Kilometer lang durch Menschenmengen zu schlängeln, selber zu überholen, oder überholt zu werden. Das strengt körperlich an, weil man in keinen Rhythmus kommt. Außerdem muss man sich ständig konzentrierten. Schließlich will man nicht ständig anrempeln, oder selber im Weg sein. Bei großen Stadtläufen ist das eher die Regel. In München, zumindest beim Halbmarathon erfreulicherweise nicht. Vielleicht hatte ich auch nur Glück, weil ich im Startblock an der richtigen Stelle stand.

Gänsehautgarantie in der Innenstadt

Die ersten Kilometer der Strecke waren nicht nennenswert. Man läuft durch Haidhausen, Berg am Laim. Am Ostpark denke ich zumindest immer an die dort besuchten Konzerte. Vom Laufen her ging es am Anfang ganz gut, die Pace lag um die 4:45min/km. Das fühlte sich leicht und angenehm an. Für die Beine. Der Kopf hatte schwer damit zu kämpfen in der Gegenwart zu bleiben.

Als es dann in die Innenstadt ging, zog es mir von der Energie her etwas den Stecker. Das war etwa bei Kilometer 8, oder 9. Wunderbar. So ein Halbmarathon hat ja auch nur gute 21km. Richtig rund vom Kopf und den Beinen her ging es nur bei Kilometer 6 und 7. Ich laufe nicht für irgendwelche Zeiten, sondern für dieses Gefühl, den Einklang in der Bewegung. Und der kam bei diesem Lauf nicht auf. Leider. Dazu kam noch, dass ich total verunsichert war, was/wann ich trinken sollte. Hatte mir im Vorfeld darüber auch keine Gedanken gemacht. Fehler. Beim Traillauf im Bayerischen Wald war jede Verpflegungsstation mit einem Ratsch, gemütlichen Essen und viel Trinken verbunden. Bei einem Stadtlauf wäre das etwas Fehl am Platz gewesen. Also trank ich halt an jeder Verpflegungsstation etwas. Was bei meinen koordinativen Fähigkeiten eher schlecht ist, weil ich schon keinen Kaffee to go im Gehen trinken kann. Geschweige also laufend Flüssigkeit zu mir nehmen kann. Also ging dann halt immer etwas und trank einige Schlucke. Die Getränkeaufnahme bei einem Lauf zu optimieren steht auf der to-do-Liste für die nächste Saison.

Sehr emotional und noch lange im Gedächtnis wird mir aber der Abschnitt vom Sendlinger Tor über den Marienplatz hin zum Odeonsplatz bleiben. Die Stimmung. Hier mal zu laufen. Das ist einfach schön. Egal, ob es läuft, oder nicht, da herrscht Gänsehautgarantie.

Erster Halbmarathon 2013

Leider begann dann nur auch der Körper etwas rum zu zicken, rechter Knöchel und Hüfte/Arsch rechts. Als Genussläuferin bin ich es nicht gewöhnt, dass mein Körper schmerzt. Zog es durch. Und die letzten Kilometer sind ein reines durchziehen. Zumindest für mich. Auf der Leopoldstraße war an der Strecke noch viel los, aber danach zieht es sich etwas. Ich holte dann auch immer mehr Marathonläufer ein und da sieht man zum Teil viel Elend, aber auch Kampfgeist.

Und mit Kampfgeist kam auch ich ins Ziel. Es wurde eine Zeit von 1:46:01h. Der Lauf war sehr erinnerungsgeschwängert, weil ich 2013 meinen ersten Halbmarathon in München lief. Und so wird er immer etwas besonderes für mich sein. Und eine erneute Teilnahme 2017 ist damit nicht ausgeschlossen.

Medaillen

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