Wissen über das Rennrad fahren vermitteln. Typisches Verhalten von Männlein und Weiblein beschreiben. Eigene Erfahrungen aus dem Bereich Profisport und Amateur schildern. Das ist das Rezept für „Frau & Rennrad“. Einem wie die Autorinnen Nynke & Marion de Fries es bezeichnen „Handbuch für die Hobbyradsportlerin“. Meine Meinung zu dem Buch…

… kann frau lesen, oder auch nicht. Nach wenigen Monaten wird sie sich vermutlich nicht mehr daran erinnern können. Zumindest geht es mir nach einer Woche fast so. Weshalb? Es liest sich wie viele Kolumnen aus Frauenzeitschriften mit einer kleinen Prise Wissensvermittlung.

Aber zum Anfang: Ich kaufte mir das Buch, weil es gefühlt vor gut einem Jahr im social media Bereich sehr präsent war und ich seit 2015 ein Cyclocross habe. Meine Rosi. Wir haben ein schwieriges Verhältnis. Sie ist ein geiles Teil, aber überfordert mich noch etwas. Aber sie gibt mir Zeit zum kennenlernen und das tun wir gerade. Ich wollte also ein Buch um etwas über Rosi zu lernen. Die Teile. Richte Wartung. Etwas übers Rennrad fahren lesen. Dank der Beratung von lieben Freunden beim Radkauf, las ich mich selber erst danach ins Thema ein. Vielleicht nicht die ideale Reihenfolge, aber ergab sich eben so.

Meine "Rosi" und ich auf einer Tour. Noch haben wir keine innige Bindung, Klickschuhe ruhen noch im Karton.

Meine „Rosi“ und ich auf einer Tour. Noch haben wir keine innige Bindung, Klickschuhe ruhen noch im Karton.

Steinig war auch der Beginn des Buches. Nynke de Jong schreibt als Autorin und Kolumnistin u.a. für das Magazin Viva und den Leeuwarder Courant. Egal für was, das Zielpublikum scheint weiblich, etwas tussig, eine Tendenz zum Übergewicht zu haben und gerne Sekt zu trinken. Und so waren auch die ersten Seiten des Buches wie rosa Kaugummi mit viel zu viel Zucker. Ich mag keine „Weiterkolumnen“ und Aussagen wie „darin sehen sie dick aus und dann quillt da etwas raus“. Ehrlich und sympathisch fand ich die Beschreibungen zu den ersten Fahrten mit dem Rad. Am Anfang macht es keinen Spaß. Ich kann gerade die Angst vorm Umfallen und die Schmerzen auf Grund der ungewohnten Körperhaltung sehr gut nachempfinden.

Einen schönen Gegenpart dazu stellt die zweite Autorin da: Marion de Vries. Sie fährt als Profi im Pelolton der Frauen seit der Saison 2014 für das Team Giant-Shimano. Steht auf dem Buchrücken. Es ist spannend zu lesen wie sich im verhältnismäßig hohen Alter zur Profisportlerin entwickelt hat und was man als Frau in dem Bereich alles erlebt.

Das Buch ist eine Mischung aus informativen Kapitel zu Themen wie Radkauf, Bekleidung, Reparatur, Essen und Co. Für mich schwankte die Qualität dieser Abschnitte sehr. Mir ist klar, dass es zu spät ist etwas zu trinken, wenn ich Durst habe. Ich nach einer Stunde auf dem Rad nicht so viele Kalorien verbrannt habe wie ne fette Sahnetorte verbrannt habe. Informativ war hingegen zum Beispiel eine kurze Einführungen über Schaltungen beim Rad. Und ich kann es nicht oft genug lesen: Kein Unterhoserl unter dem Radtrikot. Gut fand ich auch die spezifischen Dehnübungen für die beim Rad fahren beanspruchte Muskulatur. Und sehr unterhaltsam so manch Bild wie das zum Thema „Pinkeln“.

ein Buch wie ein Kaffeeklatsch

mit einer guten Freundin

Überflüssig finde ich die vielen Zitate, vor allem der Berlin Road Girls, weil sie einfach den Lesefluss stören. Ich brauche neben dem eigentlichen Text am Seitenrand, nicht noch etwas zum Lesen. Für mich ist das ein Versuch das weibliche Zielpublikum in Deutschland anzusprechen nachdem die Autorinnen Holländerinnen sind.

Was ich toll fand: Als ich das Buch las, hatte ich das Gefühl mich mit einer Freundin zu unterhalten. Und wenn frau einfach an einem Wochenende ein leichtes, lustiges und etwas informatives Buch lesen will, ist es richtig.

One comment

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  1. Kati

    Auch ich bin zu meiner Ivy gekommen wie du zu Rosi und auf der Suche nach Informationen bei diesem Buch gelandet. Ich habs noch nicht gelesen, muss mir aber wohl doch einen Workshop suchen.

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