Mein Training hat sich nach einer Leistungsdiagnostik vollkommen geändert, weil ich nun nach Puls trainiere. Neben meinem Pulsbereichen hat mir die Diagnostik noch mehr gebracht wie z.B. Kenntnisse über meine Atmung. Darüber und über meine erste Trainingswoche mit neuem Plan geht es in diesem Bericht.

Leistungsdiagnostik, oder die Angst vorm Laufband

Ich will effektiver trainieren. Meine Pulsbereiche kennen. Wissen, was läuferisch geht. Und am Wichtigsten: Ich habe Lust auf konsequentes Training. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen eine Leistungsdiagnostik machen zu lassen. Meine Wahl fiel auf die Universität Passau.

Der Test lief so ab: 5min laufen. Blutentnahme am Ohrläppchen. Temposteigerung. Blutentnahme am Ohrläppchen. Und das ging 5 Stufen bis ich nicht mehr konnte. Dabei hatte ich eine Atemmaske auf und ein Gerät am Rücken damit meine Atemluftzusammensetzung und Herzschlag ausgewertet werden konnten. Etwas mulmig war mir bei dem Gedanken ans Laufband, weil ich mich schon im Schuhladen bei geringer Geschwindigkeit tollpatschig anstelle. Aber ich fiel nicht runter. Dafür ging ich beim Test an meine Grenzen und als es vorbei war, wackelten meine Beine ein wenig.

Die Grundlagenausdauerläufe werden nun viel langsamer als früher gemacht und da bleibt Zeit über den Ausblick auf Passau zu genießen.

Die Grundlagenausdauerläufe werden nun viel langsamer als früher gemacht und da bleibt Zeit über den Ausblick auf Passau zu genießen.

Und das weiß ich nun nach der Leistungsdiagnostik: 

  • Meine Schwelle zwischen aerob und anaerob sowie die Pulsbereiche für den Grundlagenausdauerbereich und Co.
  • Grundlagenausdauer passt.
  • Gefühl bzgl. Pace und körperliche Belastung ist gut.
  • Und für mich am faszinierendsten: Ich weiß nun, weshalb mir manchmal nach dem Training mehr die Lunge als die Beine wehtun. Ich atme nicht tief genug. Stattdessen steigere ich sehr schnell die Atemfrequenz. Damit das besser wird, darf der Physio die Brustwirbelsäule mobilisieren und ich konzentriere mich phasenweise beim Laufen darauf bewusst tief zu atmen.

Klargestellt: 1) Ich verzichte bewusst auf Erklärungen zur Laktatdiagnostik, Spiroergometrie und Co, weil ich darüber inzwischen zwar ein Basiswissen habe, aber keinen Wert darauf lege Halbwissen zu verbreiten. 2) Bislang habe ich nach Gefühl bzw. Pace-Vorgaben trainiert. Und das klappte gut. Ich werde nun auch nicht an den Pulszahlen kleben. Mein Herzschlag. Gefühl. Pace. Sie sollen eine Einheit bilden.

Neuer Trainingsplan, oder raus aus der Komfortzone

Nach der Diagnostik habe ich mir zu meiner Laufuhr einen Brustgurt gekauft. Und viel wichtiger: Die liebe Mimi hat mir basierend auf meinen Werten einen Trainingsplan für eine neue PB über 10km geschrieben. Die erste Woche davon ist bereits vorüber. Knapp 50km war ich unterwegs. Und das ist gut so, weil es seit über einem Jahr wöchentlich eher 20, oder 30km waren. Ganz nice, aber meinem Empfinden nach nicht nennenswert und nicht sportlich besonders förderlich.

Shoppen: Nach der Diagnostik habe ich mir einen Brustgurt gekauft. Und mehr Training führt auch zu mehr Essen.

Shoppen: Nach der Diagnostik habe ich mir einen Brustgurt gekauft. Und mehr Training führt auch zu mehr Essen.

Es ist eine Umstellung auf den Herzschlag beim Laufen zu achten. Besonders schwer fallen mir die Grundlagenausdauerläufe, weil die nun viel langsamer als gewöhnlich sind. Die Tempoläufe mache ich nun knapp unterhalb der Grenze zur 4 mmol/Laktat-Schwelle damit mein Körper langfristig lernt bei immer höheren Tempo das Laktat noch abbauen zu können bevor die Muskeln zu machen. Zusammengefasst: Ich trainiere so gut wie nicht mehr in meiner Komfortzone. Also entweder tuckere ich für meine Grundlagenausdauer langsam durch die Gegend, oder ich gebe Gas. Und das ist gut so, weil ich dadurch schneller werde. Wobei es mir an wichtiger ist, dass ich mich entwickle und nicht tagein, tagaus im selben Tempo, die selben Einheiten, die selben Zeiten bei Wettkämpfen laufe. Ich mag Stillstand nicht. Vielmehr freue ich mich darauf zu erfahren, was ich läuferisch erreichen kann solange es mir Freude bereitet.

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