Auf dem Weg zum Ziel die 10km unter 45 Minuten zu laufen, nahm ich in den vergangenen Wochen an zwei Wettkämpfen teil: Herzogstadtlauf Straubing am 12. Juni und SportScheck Stadtlauf München am 26. Juni. Nicht nur die Läufe in einer kleinen und großen Stadt sind schwer zu vergleichen, sondern auch meine Leistungen und vor allem der Kampfgeist.

Mein Lauf mit und ohne sportliche Ambitionen

Straubing

„Bitte lasst mich durch,“ rief ich lächelnd und etwas stolz der kleinen Männergruppe von hinten zu als ich sie nach Kilometer 7 auf dem schmalen Weg überholen wollte. Und zack war ich vorbei. Mein Ziel war es so viele Frauen wie möglich einzusammeln. Dabei lief ich die gesamte Strecke in meinem Rhythmus und wollte mal testen, welche Pace ich gut auf 10km halten kann. Denn so lange lief ich dieses Jahr noch in keinem Wettkampf. Die Aussicht darauf, vor mir laufende Frauen einzuholen, motivierte mich das Tempo zu halten. So verging die Zeit auch wie im Flug, ich kam locker durch die Stadt und es lief einfach gut. Dabei taten die Beinchen zu keinem Zeitpunkt weh. Und ich kam einfach lächelnd im Ziel an. Dieser Gedanke sich nicht nur mit sich selber zu messen, sondern bei Läufen auch gezielt Frauen einzuholen ist mir vollkommen neu. Er kam in der Saison auf. Aber es ist ein schöner Baustein innerhalb der Motivation.

Und so gelang es mir auch eine neue PB über die 10km zu laufen: 46:01min.

Straubing: Neue PB mit 46:01min über 10km und damit zweite Dame in meiner AK.

Straubing: Neue PB mit 46:01min über 10km und damit zweite Dame in meiner AK.

München

Nachdem es so toll in Straubing lief, wollte ich es in München locker angehen lassen. Am Ende legte ich mich spontan fest, es zu probieren erneut auf persönliche Bestzeit zu laufen. Ja, das Ziel hielt im Rennen ganze drei bis vier Kilometer. Dann hatte ich keine Lust mehr. Ich quäl mich nicht gerne. Der Kopf war irgendwie auch nicht dabei. Und es lief „komisch“: Zuerst die Freude über einen Pacemaker. Dann die üblichen 2km überholen der Menge, weil zu weit hinten gestartet. Der Pacemaker machte dann ne Pause um sein Fähnchen zu richten. Ich lief weiter. Und dann kam der Pacemaker wieder. Nein, er kam nicht, er flog förmlich vorbei. Einige Zeit lang sah ich ihm nach. Ich sah ihm nach. So läuft man keine neue Bestzeit. Bei km5 zog es mir dann komplett den Stecker. Also schaltete ich in den Ruhe-Genussmodus. Englischer Garten, schön. Wow, so viele ehrenamtliche Helfer an den Getränkestationen. Sehr schön fand ich es vom Odeonplatz Richtung Zieleinlauf am Marienplatz zu laufen. Ich genoss es einfach. Die Stimmung. All die Leute. Es war ein schöner Lauf. Aber nach sportlicher Leistung fühlte es sich nicht an und das ist auch mal ok.

Zieleinlauf am Marienplatz: Lächelnd.

Zieleinlauf am Marienplatz: Lächelnd.

Was ich jeweils aus den Läufen lernte

Straubing

Es ist schon geil vorne mitzulaufen und Männer zu überholen. Die Mischung aus einem guten Tag, Kampfgeist und der Freude am Laufen ist unbezahlbar.

München

Wenn ich etwas will, dann muss ich mich darauf konzentrierten – vor und während dem Lauf. Von irgendwelchen Zeiten und Teilnahmen an Trailläufen nicht nur träumen, sondern dafür weiterhin trainieren und, was ich ja absolut scheue: Mal an die Schmerzgrenze bei Wettkämpfen gehen.

Manchmal ist es ok einen Lauf einfach zu genießen. Es kann nicht immer eine neue Bestzeit geben. Happy mit dem Finish.

Manchmal ist es ok einen Lauf einfach zu genießen. Es kann nicht immer eine neue Bestzeit geben. Happy mit dem Finish.

Das Drumherum aus Organisation und Streckenverlauf

Straubing

Ich schätze den kostenlosen Parkplatz „Am Hagen“, weil dadurch die komplette Anreise stressfreier ist. Ich empfand den Lauf weder als zu klein, noch zu groß. Ich fand schnell meinen Platz im Feld. Auf der Strecke war ich nie alleine. Der Kurs ist durch die Stadt abwechslungsreich und wie es sich gehört, ging es mal etwas rauf, runter und über Kopfsteinpflaster. Etwas ungünstig war es, dass am Ende der Strecke die Läufer auf die Walker trafen und es etwas eng wurde. Gepäckabgabe brauchte es für mich wegen dem geparkten Auto keine. Duschen gab es auch. Alles fein. Und Läufer sind nett. Ich … hab nämlich eine Autotür offen stehen lassen. F*** wurde mir schlecht als ich das sah. Uneingeschränkt empfehlenswert, weil mir die Größe der Veranstaltung zusagt und die Organisation sehr gut war.

München

Mir war bekannt, dass die Strecke hauptsächlich durch den Englischen Garten führt. Aber ja, das war nicht so mein Fall. Ich schaffe es bei so großen Läufen auch nie mich richtig am Start aufzustellen. Vielleicht liegt es an den anderen. Es ist regelmäßig ein Ärgernis. Weshalb die ersten Kilometer immer sehr anstrengend und nervig sind. Für so ein großes Event war ich von der Organisation sehr positiv überrascht. Keine Schlangen bei der Gepäckaufgabe. Viel zu Trinken nach dem Lauf. Alles top. Aber wegen der Streckenführung für mich ein Lauf, an dem ich nicht jährlich teilnehmen möchte.

 

Hier noch die Links zu den Veranstaltungen: Straubing und München .

2 comments

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  1. diogenes

    schöner Bericht, so kann even nur eine schreiben due das Laufen liebt. nun hast Du mich allerdings motiviert, auch mal wieder ein bisschen auf „10k und noch etwas schneller“ zu trainieren, damit Du mich nicht zwinkernd überholst sondern bestenfalls eine Weile neben mir her rennst (bevor ich dann auf den letzten 200 Metern mit gefletschten Zähnen 30cm gut mache *lächel*) Liebe Grüsse aus Heidelberg!

    1. Fahnie

      Hallo, danke für Deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass meine Laufliebe in dem Text rüberkommt. Aktuell hättest Du sehr gute Chancen kurz vor den Ziel für mich uneinholbar davon zu sprinten. . Herzlicher Gruß

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